VERANSTALTUNGEN SEPTEMBER 2016 - JANUAR 2017


Dienstag,  27. September 2016 · 19.30 h · Astoria-Saal · vhs Konstanz · Katzgasse 7 · KONSTANZ
Eintritt frei · Spenden sind willkommen

Melvin J. Lasky : Und alles war still. Deutsches Tagebuch 1945
Vortrag mit Lesung von Prof. em. Dr. Wolfgang Schuller

Melvin J. Lasky (1920-2004), Sohn polnisch-jüdischer Eltern, kam als Leutnant der US Army  1945 nach Deutschland und blieb in West-Berlin. 1948 gründete er den Monat, der sich zum Ziel gesetzt hatte, die deutsche – nicht nur westdeutsche – Öffentlichkeit mit der westlichen Literatur und Gedankenwelt bekannt zu machen, von der sie zwölf Jahre lang abgeschnitten war. Später ging Lasky nach London, kehrte aber 1988 wieder nach West-Berlin zurück.  Von Jugend an hatte er eine starke Neigung zur deutschen Kultur, deren Perversion durch die NS-Zeit er schaudernd beobachtet hatte und danach alles dafür tat, dass Deutschland wieder zur Zivilisation zurückfinden konnte. In seinem Nachlass fand sich das Manuskript seines Tagebuchs 1945/1946 aus Deutschland, das 2014 in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde und ganz eigenständige Perspektiven auf diese erste Nachkriegszeit eröffnet.
Herausgeber des Buches Melvin J. Lasky: Und alles war still. Deutsches Tagebuch 1945 (Rowohlt Verlag, Berlin 2014; ISBN 9783871347085) ist Dr. Wolfgang Schuller, Prof. em. für Alte Geschichte an der Universität Konstanz.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. und vhs Landkreis Konstanz e.V.



Mittwoch, 28. September 2016 · 20.00 h - 22.00 h · Scala-Kinocenter · Marktstätte 22 · KONSTANZ
Kartenreservierung: Scala - Kinocenter, Telefon 07531 - 90340

Kinoabend mit dem Film „Wiedersehen mit Brundibár“
und anschließendes Gespräch mit dem Regisseur Douglas Wolfsperger.
Moderation: Ruth Frenk  


Holocaust? Nicht schon wieder! So in etwa reagieren Ikra und Annika von der Jugendtheatergruppe der Berliner Schaubühne, als klar wird, dass als nächstes die Kinderoper „Brundibár“ gespielt werden soll. Und tatsächlich sind die Hintergründe um „Brundibár“, uraufgeführt im Ghetto Theresienstadt, keine leichte Kost. Als sie aber mit Greta Klingsberg, einer charismatischen Dame aus Jerusalem und einer der wenigen Überlebenden aus der Originalbesetzung von „Brundibár“, nach Theresienstadt reisen, verlieren sie schnell die Scheu vor den Schrecken der Vergangenheit und fangen an, ihre eigenen Geschichten zu hinterfragen.

Douglas Wolfsperger wurde in Zürich geboren und ist am Bodensee aufgewachsen. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "Bellaria - So lange wir leben!", für den er u.a. 2002 den Bayerischen Filmpreis bekam, "Die Blutritter" und "Der entsorgte Vater". Zurzeit arbeitet er an einem Film über die Schließung des Konstanzer Scala-Kinos.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V.



Mittwoch, 5. Oktober 2016 · 19.30 h -21.00 h · Astoria-Saal · vhs Konstanz · Katzgasse 7 · KONSTANZ
Eintritt frei · Spenden sind willkommen

Moshé Feldenkrais: „Sich selbst zu erkennen scheint mir das Wichtigste,
was ein Mensch für sich tun kann“.
Autorenlesung und Vortrag von Christian Buckard

Die Feldenkrais-Methode ist weltberühmt, doch der Mensch, nach dem sie benannt wurde, ist hierzulande noch nahezu unbekannt.
Der Autor und Judaist Christian Buckard erzählt nun in der weltweit ersten Biografie
„Moshé Feldenkrais — Der Mensch hinter der Methode“ anhand von Auszügen aus Feldenkrais’ unveröffentlichter Autobiographie, Gesprächen mit Zeitzeugen und bisher unbekanntem Archiv‐ und Fotomaterial die Lebensgeschichte des großen Bewegungstherapeuten, Ingenieurs, Untergrundkämpfers und Visionärs, zu dessen Schülern David Ben-Gurion, Moshé Dayan, Margaret Mead und Yehudi Menuhin zählten.

Christian Buckard ist freier Autor und studierte Judaistik und Niederländische Philologie in Jerusalem, Amsterdam und Berlin.

Eine gemeinsame Veranstaltung von FVD Feldenkrais- Verband Deutschland e.V., Feldenkrais-  Regionalgruppe Bodensee, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. und vhs Landkreis Konstanz e.V.



Dienstag, 18. Oktober 2016 · 19.30 h -21.00 h · Astoria-Saal · vhs Konstanz · Katzgasse 7 · KONSTANZ
Eintritt frei · Spenden sind willkommen

Von Nine-Eleven zu Bataclan
Über den antisemitischen Gehalt islamistischer Terroranschläge
und dessen öffentliche Verleugnung
Vortrag von Alex Feuerherdt

„Ihr liebt das Leben, wir den Tod“, so das „Glaubensbekenntnis“ der islamistischen Attentäter in New York, Madrid, London, Brüssel, Paris….Als imaginierter Sündenpfuhl selbstbestimmter Sexualität, gelebter Individualität, versuchter Lebensfreude war die französische Hauptstadt schon zum zweiten Mal das Ziel derer, die sich Freudlosigkeit, Unterwerfung und Vernichtung auf die Fahnen geschrieben haben. Seltsam nur die konstante Leerstelle in der öffentlichen Wahrnehmung: dass man dabei mit Bedacht immer auch jüdische Einrichtungen im Visier hatte, denn erst dann wird der Feind zum absoluten Feind.
Alex Feuerherdt ist Lektor und Publizist (u. a.  für die „Jüdische Allgemeine“, „Jungle-World“, „Achse des Guten“ und „Lizas Welt“). Er geht der Frage nach, wieso die Empathie gegenüber den jüdischen Opfern des Terrors stets geringer ausfällt als die Verständnisinnigkeit gegenüber jenen, die den Terror exekutieren.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. und vhs Landkreis Konstanz e.V.



Sonntag, 6. November 2016 · 11.30-13.00 h · Astoria Saal · vhs · Katzgasse 7 · KONSTANZ
Eintritt frei · Spenden sind willkommen

Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin: House of One

Das House of One ist ein geplantes interreligiöses Gebäude, das voraussichtlich ab 2016 am Petriplatz im Berliner Ortsteil Mitte entstehen soll. Das Gebäude soll unter seinem Dach eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen. Träger des House of One ist der Verein Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin e. V. Im Vorstand des Vereins wird die jüdische Seite vertreten durch das Abraham-Geiger-Kolleg und die Jüdische Gemeinde zu Berlin, die christliche Seite durch die Evangelische Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien und die muslimische Seite durch das Forum für Interkulturellen Dialog. Ziel dieses Zentrums ist, den Dialog und die Information unter den 3 monotheistischen Religionen in Berlin zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen, die in der Stadt wohnen, zu verbreiten.
Im Vortrag werden wir die Frage stellen, warum gerade in Berlin, einer Stadt, die bekannt ist für ihren Säkularismus? Die Hoffnung ist, dass dieses Modell sich auch in anderen Regionen der Welt, besonders in Jerusalem, verbreiten wird.

Dr. Tovia Ben-Chorin wurde nach Studien an der Hebrew University Jerusalem und am Hebrew Union College (JIR) Cincinnati 1964 zum Rabbiner ordiniert; er war Rabbiner in Israel, England, der Schweiz und Deutschland. Seit Gründung des Abraham- Geiger Kollegs in Potsdam 1999 war er dessen Direktoriumsmitglied. Ab Juli 2015 ist er nun Rabbiner der Jüdischen Gemeinde St. Gallen/Schweiz. Er ist ein vielgefragter Vortragsredner, der sich aktiv im interreligiösen Dialog engagiert.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Jüdische Gemeinde Konstanz e.V., Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., vhs Landkreis Konstanz e.V. und Kulturbüro Konstanz.



GEDENKVERANSTALTUNG an die REICHSPOGROMNACHT am 9. November 1938

Mittwoch, 09. November 2016 · 19.30 h · Wolkenstein-Saal · Kulturzentrum am Münster · Wessenbergstraße 43, KONSTANZ
Eintritt frei   
 „Die Gailinger Juden und ihre Verbindung zu Konstanz“
Vortrag von Joachim Klose
Moderation der Veranstaltung: Heinz Freudenberger

Kurz nach dem 30-jährigen Krieg – zu einer Zeit, in der die Städte um den Bodensee herum sich weigerten Juden innerhalb ihrer Mauern aufzunehmen – ließen sich Juden in Gailingen und in den weiteren Judendörfern im Hegau nieder. Mit dem Gesetz über die bürgerliche Gleichstellung von 1862 erlangten die Israeliten im Großherzogtum Baden auch die Freizügigkeit. In Städten wie Konstanz entstanden nach über 300 Jahren wieder jüdische Gemeinden u.a. durch Zuzug aus dem Hegau. Auch anhand von Biografien ausgewählter jüdischer Familien skizziert Joachim Klose die engen Verbindungen zwischen den jüdischen Landgemeinden und der 1863 in Konstanz neugegründeten Israelitischen Gemeinde, deren 1883 erbaute Synagoge am 10. November 1938 zerstört wurde und die in den Folgejahren durch Vertreibung und Deportation komplett ausradiert wurde.
Der Historiker Joachim Klose ist Leiter des Jüdischen Museums in Gailingen.
Heinz Freudenberger ist Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., vhs Landkreis Konstanz e.V. und Kulturbüro Konstanz.
 


Samstag, 26. November 2016 · 20.00 h · Wolkenstein-Saal · Kulturzentrum am Münster · Wessenbergstr. 43 KONSTANZ
Sonntag, 27. November 2016 · 17.00 h · Festsaal „Hohentwiel“ · Kliniken Schmieder · Auf dem Berg 1 · GAILINGEN
Eintritt frei · Spenden sind willkommen

Ein Streifzug durch die jüdisch-klassische Musik
mit dem Marimba-Virtuosen und klassischen Klezmer
Alex Jacobowitz

Alex Jacobowitz, einer der weltbesten Marimbafon Spieler, wird nun auch in Konstanz zu hören sein. Mit vertrauten Werken bekannter Komponisten wie Bach, Beethoven und Mozart wird er sein Publikum in die Geheimnisse seines Instruments einweihen -  diese aber außergewöhnlich präsentieren. Im weiteren Verlauf wird er Geschichten aus seinem Buch Ein klassischer Klezmer: Reisegeschichten eines jüdischen Musikers vorlesen, untermalt mit eigener Musik. Außerdem wird er noch näher auf die israelische und traditionelle jüdische Musik eingehen und erklären, wie und wo die unterschiedlichen Kulturen sich treffen.
Alex Jacobowitz, geboren in New York, studierte Xylophon, war Mitglied des Jerusalem Symphony Orchestra, ließ das Leben als Orchestermusiker jedoch hinter sich und ist seither auf der ganzen Welt als Solist tätig. Um seine Botschaft von Menschlichkeit, Verständigung, Toleranz und die Schönheit der Musik mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen, hat er sich für den unmittelbaren Kontakt zu seinem Publikum entschieden und reist jeden Sommer mit seinem Instrument durch die Großstädte Europas. Dort begeistert er täglich Tausende von Zuhörern. Radioportraits und zahlreiche Auftritte im europäischen Fernsehen markieren seinen unermüdlichen Einsatz für diese persönliche Form musikalischer Völkerverständigung.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V., Kulturbüro Konstanz und Verein für jüdische Geschichte Gailingen e.V.



Sonntag, 27. November 2016 · 11.30 h -13.00 h · Astoria - Saal · vhs · Katzgasse 7 · KONSTANZ
Eintritt frei

Frau Prof. Dr. Birgit Klein:  Vom "jüdischen Volk"
und der Suche nach einer kollektiven Identität und ihren Werten.

Nach der 2013 veröffentlichten Studie „A Portrait of Jewish Americans“ des Pew Research Center erklärten drei Viertel der 3475 jüdischen Befragten, sie fühlten sich stark dem jüdischen Volk („Jewish people“) zugehörig, wohingegen nur 28 Prozent die Mitgliedschaft in einer jüdischen Gemeinde für wichtig hielten. Für eine große Mehrheit der amerikanischen Jüdinnen und Juden steht somit die kollektive Definition ihrer jüdischen Identität an oberster Stelle, allerdings nicht unbedingt in einem ethnischen Sinne. Denn anders als das deutsche „Volk“ fokussiert „people“ in seinem amerikanischen Kontext weniger auf einer gemeinsamen Abstammung als vielmehr auf einer kollektiven Bestimmung, die auf gemeinsam getragenen Prinzipien wie Freiheit von Unterdrückung, Selbstbestimmung und demokratischen Werten basiert. Auf diese Weise können zeitgenössische Definitionen einer kollektiven jüdischen Identität auch dazu anregen, „das deutsche Volk“ nicht als ausgrenzendes, auf einer gemeinsamen Abstammung basierendes „Staatsvolk“, sondern als Bundesgemeinschaft mit gemeinsam getragenen Werten zu verstehen.

Prof. Dr. Birgit Klein ist seit 2006 Inhaberin des Lehrstuhls „Geschichte des jüdischen Volkes“ an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind  jüdische Geschichte der Frühen Neuzeit unter sozial-, religions- und geschlechtergeschichtlichen Aspekten. Sie ist Rabbinatskandidatin des Reconstructionist Rabbinical College in Wyncote (bei Philadelphia, Pennsylvania, USA).

Eine gemeinsame Veranstaltung von Jüdische Gemeinde Konstanz e.V., Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., vhs Landkreis Konstanz e.V. und Kulturbüro Konstanz.



Sonntag, 4. Dezember 2016 · 20.00 h – 21.30 h · Werkstatt Stadttheater Konstanz · Inselgasse 2 – 6 · KONSTANZ
Eintritt 17 EUR (ermäßigt: 13 EUR für Schüler und Studenten)
Reservation: Theaterkasse Konstanz Telefon 07531-1-900 150

"Lerne lachen ohne zu weinen" Kurt Tucholsky - Literarisches Kabarett
 mit Roswitha Dasch und Ulrich Raue

Kurt Tucholsky, einer der renommiertesten und vielseitigsten Schriftsteller der Weimarer Republik, hat viele Gedichte, Sketche und Texte zu Chansons geschrieben. Vom bekannten Autor der "Weltbühne" avancierte er bald zum gefragten Texter des angesehenen Berliner Kabaretts "Schall und Rauch". Humorvoll und hintergründig sind seine Texte, die er dem weiblichen Geschlecht auf den Leib schrieb, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Ironie, womit er beim Publikum blendend ankam und für viele Lacher sorgte. Trotz seines beruflichen Erfolges stand die politische Entwicklung in Deutschland gegen ihn. Seine
Werke wurden 1933 verbrannt, und es trieb ihn ins schwedische Exil.

Roswitha Dasch und Ulrich Raue kombinieren auf abwechslungsreiche Weise gesprochene Texte und Chansons. In der Besetzung Gesang, Violine und Klavier zeigen sie Tucholskys Werk in allen Facetten und spiegeln eine Zeit des deutschen Kabaretts zwischen Agitation und Amüsement.  

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. und Stadttheater Konstanz.



Sonntag, 11. Dezember 2016 · 11.30 h -13.00 h · Astoria - Saal · vhs · Katzgasse 7 · KONSTANZ
Eintritt frei · Spenden sind willkommen

Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin: Kriegsethik: Gibt es einen gerechten Krieg?

Gibt es einen gerechten Krieg? Wir sind natürlich alle gegen Kriege, aber wir müssen zugeben, dass die Geschichte der Menschheit voll ist mit Kriegen. Existenz und Krieg gehen oft zusammen, auch wenn viele Menschen dadurch umgebracht werden und sterben. Wie geht das Judentum mit diesen negativ-menschlichen Charakterzügen um? Wir wollen die Entwicklung von Kriegen/ Apokalyptik/Messianismus in der Bibel sowie die Weltanschauung der Rabbiner verstehen und enden mit der Frage: ist Pazifismus die einzige Antwort?
Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin kämpfte in 3 Kriegen in der israelischen Panzerabwehr und ringt mit diesen Fragen nicht nur theoretisch.
 
Dr. Tovia Ben-Chorin wurde nach Studien an der Hebrew University Jerusalem und am Hebrew Union College (JIR) Cincinnati 1964 zum Rabbiner ordiniert; er war Rabbiner in Israel, England, der Schweiz und Deutschland. Seit Gründung des Abraham- Geiger- Kollegs in Potsdam 1999 war er dessen Direktoriumsmitglied. Ab Juli 2015 ist er nun Rabbiner der Jüdischen Gemeinde St. Gallen/Schweiz. Er ist ein vielgefragter Vortragsredner, der sich aktiv im interreligiösen Dialog engagiert.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Jüdische Gemeinde Konstanz e.V., Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., vhs Landkreis Konstanz e.V. und Kulturbüro Konstanz.



Montag, 23. Januar 2017 · 19.30 h · K 9 · Hieronymusgasse 3 · KONSTANZ
Eintritt frei -Spenden sind willkommen

Triumph des guten Willens
Wie erinnern? Von der Wiedergutwerdung der Deutschen.
Filmvorführung und Diskussion des Films mit Alex Feuerherdt (Co-Autor)

„Erinnerung als die höchste Form des Vergessens.“
Ein Film über Eike Geisel, der früh, hellsichtig und mit lustvoller Polemik („erbarmungslose deutsche Gutwilligkeit“) die Intention des „German Gedenking“ benannte: Die toten, ermordeten Juden werden gehegt und gepflegt, die lebenden mit „Israelkritik“ überzogen. Wer aus Auschwitz das „Richtige“ gelernt hat, muss heute gegen den jüdischen Staat sein. Diese Logik ist genauso pervers wie normal im gut gewordenen Deutschland, welches den Gewinn aus seinem so eigenen Umgang mit der schlimmen Geschichte einfährt: „Ohne Auschwitz keine ‚Wiedergutwerdung der Deutschen‘, ohne Waffen-SS kein patriotischer Pazifismus, ohne ‚Stunde null‘ kein Wirtschaftswunder.“
Eine Einladung zum Nachdenken über deutsches Erinnern.

Alex Feuerherdt ist freier Autor und lebt in Köln. Er hält Vorträge zu den Themen Antisemitismus, Israel und Nahost und schreibt regelmäßig für verschiedene Medien, unter anderem für die «Jüdische Allgemeine», «n-tv.de», «Konkret» und die «Jungle World». Zudem ist er der Betreiber des Blogs «Lizas Welt».

Eine gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V., Jüdische Gemeinde Konstanz e.V., Kommunales Kunst- und Kulturzentrum K 9 e.V.  und vhs Landkreis Konstanz e.V.

 
 

Informationen des Präsidiums